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Internationale Politische Ökonomie
Mit Beispielen aus Lateinamerika
Ao. Prof. Dr. Andreas Novy
Abteilung für Stadt- und Regionalentwicklung, Wirtschaftsuniversität Wien
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Ökonomische Theorien

Etwas über Wirtschaft zu lernen ist heutzutage eine weitgehend unbestrittene Notwendigkeit. Früher reichte es, sich auf dem eigenen Fachgebiet zu qualifizieren: Ärztinnnen, Deutschlehrer, Schmid oder Buchhalterin, jeder bzw. jede hatte ihre eigenen Fertigkeiten, die es ihnen erlaubten, ihren Job zu tun. Die Fähigkeit, Honorare und Preise zu fixieren, billig einzukaufen, mit dem Haushaltsgeld auszukommen - all dies lernte man nicht in der Schule oder an der Uni, sondern im Alltagsleben. Das Leben lehrte, wie in einem Supermarkt, in der eigenen Küche oder im eigenen Geschäft zu wirtschaften ist.

Heute ist dies anders: Spitäler werden nicht von MedizinerInnen geführt und der Erfolg einer Schule hängt nicht mehr einzig von der Qualität der angebotenen Bildung ab. Gesundheitsökonomie hat heute auch ÄrztInnen zu interessieren; der Bildungmarkt ist für Lehrende zusehends Realität. Nicht nur in Marketingkursen, sondern auch in der Psychologie lernen Studierende, wie sie sich verkaufen können und dass Selbstbewusstsein wertvoll ist. "Geld regiert die Welt", so das Schlagwort. Diese Ökonomisierung des Sozialen führt dazu, dass heute das Denken der ÖkonomInnen weit über den Kreis der Wirtschaftstreibenden hinaus bedeutsam ist.

Das vorliegende virtuelle Skriptum stellt wichtige ökonomische Theorien vor. Die Geschichte ökonomischen Denkens ist eine Ideengeschichte, bei der verschiedene Weltbilder, wissenschaftstheoretische Zugänge und politische Zielsetzungen im Widerstreit stehen. Konventionelle ökonomische Lehrbücher stehen häufig in der Tradition des Positivismus und nehmen die Naturwissenschaften als Idealtypus erfolgreicher Wissensproduktion.

Das ökonomische Theoriegebäude wird als Ergebnis der Anhäufung von Wissen dargestellt. Es wird unterstellt, dass die gegenwärtig vorherrschenden Lehrmeinungen die höchste Stufe des Wissens über die Wirtschaft darstellen, genauso wie die heute Physik derjenigen des 19. Jahrhunderts überlegen ist. Diese Position ist wissenschaftstheoretisch in Zweifel zu ziehen. Theorien sind immer eingebettet in bestimmte Paradigmen, d.h. Weltbilder und Sichtweisen, die sich aufgrund politökonomischer Entwicklungen wandeln. Die heute vorherrschende neoklassische Theorie ist somit anders als die keynesianische Theorie, die die Jahrzehnte nach dem 2. Weltkrieg bestimmte. Sie ist aber nicht zwangsläufig besser:

"Bad ideas flourish because they are in the interest of powerful groups". (Paul Krugman).

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 down 2.1 Ökonomische Theorie als Diskurs
 down 2.2 Neoklassik
 down 2.3 Keynesianismus
 down 2.4 Politische Ökonomie
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